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                  vereinbaren, so dass sie ertragsteuerlich eine Organschaft bilden, was den zweiten Besteue- rungstatbestand vermeidet. Nachteil des Mo- dells ist, dass die »Industrie AG« und die »Cor- porate VC GmbH« durch den Ergebnisab- führungsvertrag haftungsrechtlich eine Ein- heit bilden, so dass keine Haftungsabschir- mung besteht. Dieses Haftungsrisiko mag al- lerdings zu vernachlässigen sein, so lange sich die »Corporate VC GmbH« auf Eigenkapital- finanzierungen in »Start-ups« beschränkt.
Einfache Personengesellschaft > Um den Vorteil der Haftungsabschirmung zu erhalten und den Nachteil der zweiten Besteuerungs- ebene zu vermeiden, lässt sich eine von der »Industrie AG« voll kontrollierte »Corporate VC GmbH & Co. KG« errichten, die sich an den Portfoliounternehmen beteiligt. Sie ist als Personengesellschaft für Körperschaftsteuer- zwecke transparent, so dass auf ihrer Ebene keine Besteuerung erfolgt. Nachteil dieser Lösung ist nur die etwas höhere Komplexität durch die zusätzliche Komplementär-GmbH.
Die Quasi-Fonds-Struktur > Eine Quasi- Fonds-Struktur kann errichtet werden, wenn man das Management zur Incentivierung an der »Corporate VC GmbH & Co. KG« betei- ligen will. Die Beteiligung des Managements erfolgt dann typischerweise sowohl durch die Einbringung eigenen Kapitals (»Team Com- mitment«) als auch durch eine Erfolgsbeteili- gung (»Carried Interest«). Zu diesen Zwecken ist es empfehlenswert, mindestens noch eine weitere Personengesellschaft in Form einer »Team Pool GmbH & Co. KG« und/oder ei- ner »Carry GmbH & Co. KG« einzurichten.
Vorteil dieser Konstruktion ist, dass eine starke Incentivierung des Managements er- reicht werden kann und im Zuge des »Team Commitments« auch eine gewisse Risikokon- trolle eingeführt wird. Zudem kann ein echter »Carried Interest« mit privilegierter Besteue- rung ausgezahlt werden. Nachteil ist vor allem die höhere Komplexität, die unter Umstän- den bis hin zu einer aufsichtsrechtlichen Re- gulierung als alternativer Investmentfonds ge- mäß dem Kapitalanlagegesetzbuch reicht.
Ausblick > »Corporate Venture Capital« ist heute eine vollkommen etablierte Möglichkeit für Traditionsunternehmen, um sich durch die gezielte Investition von Kapital außerhalb der eigenen Ressourcen und Strukturen Zu- griff auf zukunftsträchtige Ideen, Technologi- en und Personen zu sichern und/oder, um ge- winnträchtig zu investieren. Dabei geht es oft um die Weiterentwicklung führender Bran- chenpositionen. Indessen ist der Wettbewerb um die heißesten »Start-ups« längst entbrannt und wird eben nicht nur von den internatio- nalen Großkonzernen geführt. Mittlerweile finden sich regelmäßig auch mittelständische Unternehmen im Gesellschafterkreis namhaft gewordener »Start-ups«, in die sie in der Regel in der Expansionsphase investiert haben, also schon nach dem ersten »Proof of Concept«. 􏰀
RA Christian Tönies, LL.M. Eur. und RA Dr. Sebastian Gerlinger, LL.M, Partner bzw. Counsel bei P+P Pöllath + Partners Rechtsanwälte und Steuerberater mbB, München
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