Robuste Familienunternehmen

Die Ergebnisse der von Prof. Albach vorgelegten Studie »Generationswechsel und Unternehmenskontinuität« sind, soweit die Führungsstrukturen in Familien- und Nichtfamilienunternehmen gegenübergestellt werden, einleuchtend und interessant. Aus den objektiven Schwierigkeiten bei der Nachfolge aber zu schließen, daß das Familienunternehmen ausstirbt, halte ich für unzutreffend und unvernünftig. Unzutreffend, da die Betrachtung gescheiterter Übergaben nur die haIbe Wahrheit zeigt. Genauso entstehen immer wieder neue Unternehmen, die Familien gehören und von Angehörigen geleitet werden. […] Unvernünftig ist die Aussterbehypothese darüber hinaus, weil sie fatalistische Züge trägt. Es wird der Eindruck, erweckt Familienbetriebe müßten das Schicksal der Dinosaurier teilen: Auch die sind ausgestorben, und keiner konnte etwas dagegen tun. Hier liegt der Fall aber anders! Albach nennt ja gerade eine Reihe von Maßnahmen, die den erfolgreichen Übergang des Familienunternehmens auf die nachfolgende Generation fördern: Anpassung der Rechtsform, früher Übergang von Eigentum und Führung sowie die Einrichtung eines leistungsfähigen Beirats – um nur die wichtigsten zu nennen.

Wenn natürlich kein geeigneter Nachfolger in der Familie existiert, muß sich die Firma für eine familienfremde Geschäftsleitung öffnen. Aber ist das ein Grund zur Beunruhigung, für Weltuntergangsstimmung? Ich glaube nein. Mir scheint im Gegenteil die schrittweise Entkopplung von Eigentum und Führung der meisten Familienunternehmen auf Dauer ganz natürlich zu sein. […] Doch die typischen Stärken des Familienunternehmens entfalten sich vor allem in seiner frühen Lebensphase. Solche Stärken sind Originalität und Initiative des Gründers, seine Risikobereitschaft, die Begeisterungsfähigkeit der Mannschaft und die Flexibilität des Unternehmens.