Subventionen und Programme

Prof. Dr. H. Joachim Krahnen

Selbständige Unternehmer müssen staatlichen Subventionen und Förderprogrammen außerordentlich kritisch gegenüberstehen. Denn hier werden in einem bürokratischen und kostenträchtigen Umweg Mittel an bevorzugte Teile der Wirtschaft verteilt, die vorher auch von der Wirtschaft aufgebracht werden mußten.

Die Unternehmen hätten mehr davon, wenn man sie gleich bei ihnen belassen hätte, also die Unternehmen und den Wettbewerb über den Einsatz entscheiden ließe.

Wesentlicher noch ist die Kritik aus grundsätzlicher und ordnungspolitischer Sicht. Denn was sich harmlos als aktive Strukturpolitik, als Hilfe im Strukturwandel  bezeichnet,  ist  ein  vortrefflicher Einstieg in die Wirtschaftssteuerung, in einen Strukturdirigismus, der mit einem marktwirtschaftlichen System nicht mehr zu vereinbaren ist.

Oft wird nicht der Strukturwandel gefördert, sondern manchmal nur die Unfähigkeit geschützt, vorausgesetzt, sie ist mit der nötigen Betriebsgröße ausgestattet.

Dieses Subventions-, Unterstützungs- und Förderungssystem […] begünstigt eindeutig die Großunternehmen; es züchtet eine unternehmerische Anspruchs-  und  Mitnehmermentalität, bewirkt volkswirtschaftliche Fehlsteuerungen und wird noch fragwürdiger, da es zunehmend – etwa im Bereich der staatlichen Forschungsförderung – vom DGB als Vehikel für neue Mitbestimmungs- und Kontrollansprüche angesehen wird. Wir sollten als selbständige Unternehmer auf Hilfe dieser Art verzichten  können. Unsere Politiker, so meine ich, sollten dies auch.