Brose Gruppe

Zwei Milliarden Umsatz

Die international vertretene Brose Gruppe, Coburg, weltweit Marktführer bei Fensterhebern, Türsystemen und Sitzverstellungen, zieht für 2004 trotz Marktschwäche im Inland und trotz Kostendruck in der internationalen Zulieferindustrie eine positive Bilanz: Der Umsatz wuchs um 4 % auf rund 2 Mrd. Euro und soll 2005 noch stärker wachsen. Michael Stoschek, Geschäftsführender Gesellschafter des 1908 gegründeten Familienunternehmens, setzt auf den Ausbau der Technologieführerschaft, auf ein neues Produktfeld sowie auf Innovationen auf allen Gebieten.

Bei Fensterhebern wurde mit 820 Mio. Euro ein Plus von 8 % verzeichnet, während das Geschäft mit Sitzverstellungen um 5 % auf 340 Mio. Euro stieg. Der Geschäftsbereich Schließsysteme lag unverändert bei 220 Mio. Euro, ebenso das Türsystemgeschäft mit 620 Mio. Euro. Wegen der rückläufigen Preise, die auf der Kostenseite nicht zu kompensieren waren, blieb das Ergebnis hinter der Umsatzentwicklung zurück und verfehlte das interne Ziel.

Der Cash-flow reichte dennoch aus, um die weitere Expansion und die Investitionen von über 170 Mio. Euro ohne Fremdmittel zu finanzieren – nicht zuletzt wegen geringer Ausschüttungen an die Gesellschafter. Weiterhin wird nicht damit gerechnet, die Preissteigerungen, speziell bei Stahl, voll an die Kunden weitergeben zu können.

Brose will sich als Qualitäts- und Innovationsführer gegen die Mega-Supplier behaupten. Innovation sei jedoch kein Selbstzweck, sondern müsse einen deutlichen Nutzen für den Autofahrer bei Komfort und Sicherheit haben oder zu niedrigeren Kosten des Produkts führen. Jeder neunte Mitarbeiter des Unternehmens, das sind weltweit knapp 1.000 Ingenieure und Techniker, entwickelt neue Produkte oder Fertigungsverfahren. Jedes Jahr werden 160 Patente und Gebrauchsmuster angemeldet. Zuletzt wurden fast 9 % des gesamten Geschäftsvolumens für Innovationen in F & E, Informationstechnologie und Personalentwicklung aufgewandt.

Im Ausland werden bei Türsystemen und bei Sitzverstellungen kräftige Zuwächse von über 30 % erwartet, während sich national ein leichter Rückgang abzeichnet. Damit werde Brose erstmals über die Hälfte des Umsatzes außerhalb Deutschlands erwirtschaften. Das Unternehmen hat sehr früh auf die Entwicklung elektrischer Antriebe mit elektronischer Steuerung gesetzt und profitiert heute von Skaleneffekten im Hinblick auf 30 Millionen Einheiten. Das Produktportfolio wird im Zeichen wachsender Märkte in den USA und in Japan, aber auch in Europa, auf Antriebssysteme für elektrische Schiebetüren, Heckklappen und Kofferraumdeckel ausgedehnt.

Das Bemühen um fortschrittliche Lösungen richtet sich auch auf Bereiche wie Aus- und Weiterbildung, Informationstechnologie, Bürokommunikation sowie Arbeits- und Entlohnungsmodelle. Die »Neue Brose Arbeitswelt« sorgte dafür, die Kosten zu senken, die Arbeitsleistung zu steigern und die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen. Die Fluktuationsrate (1,7 %) sank auf ein Drittel des Ursprungswerts. Zugleich ging der Krankenstand um 30 % zurück.

Brose investierte stark in Informationstechnologie, vor allem in SAP-Software, die weltweit eingeführt wurde. Durch die zentrale Steuerung können neue Standorte in vier bis sechs Wochen zugeschaltet werden. Kostensenkung werde künftig vor allem in Deutschland eine große Rolle spielen. Geplant ist, die Personalkosten im Inland 2005 nicht zu steigern und danach deutlich zu senken. Ziel sei, möglichst viele Arbeitsplätze in der Bundesrepublik zu erhalten.

Die Produktbelastung durch Personalkosten soll abnehmen, ohne die Nettoeinkommen zu verringern. Geplant sind eine Aussetzung der Tariferhöhung, die Reduzierung von Urlaubstagen oder die Erhöhung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich. Für zumutbar wird auch die Inanspruchnahme von Urlaubs- oder Freischichttagen für betriebliche Weiterbildungen gehalten.

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