Herding GmbH & Co. KG

Phoenix aus der Asche

Die 1918 gegründete Carl Herding GmbH & Co. KG, Bocholt/Westfalen, nach eigenen Angaben deutscher Marktführer im Bereich Baby-, Kinder-, und Jugend-Lizenz-Bettwäsche, hat ihre Ziele 2004 zunächst erreicht, musste jedoch im März Insolvenz anmelden und setzt ihre Geschäfte ohne deutsche Produktion ab Juli in der neuen Klaus Herding GmbH fort.

Das Familienunternehmen steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Mio. auf 16,6 Mio. Euro. Grundlage des Erfolgs sei das 1948 eingeführte Lizenz-Geschäft gewesen, das unverändert Potentiale berge, so Dr. Friedrich Loock, der das Unternehmen in dritter Generation führt.

Erfolgreiche Lizenzen müssten hart erarbeitet werden. Top-Lizenzen erforderten 85 % Marktkenntnis und 15 % Glück. Diese Verbindung sei sowohl im internationalen Segment beispielsweise mit »Sesamstraße« als auch national mit »Felix« und »Sheepworld« gelungen. Die Herding-Kollektion umfasst Heimtextilien für Kleinkinder bis 2 Jahre (»Baby best«), für Kinder bis 10 Jahre (»Kids best«) sowie für Jugendliche und junge Erwachsene (»Your best«). 2005 soll vor allem die letzt genannte Kollektion ausgeweitet und das Programm mit Regionallizenzen abgerundet werden. Das Familienunternehmen wird damit zum Komplett-Anbieter von Lizenzware in allen geographischen Segmenten. Daneben wird der Bettwäschehersteller im Segment »Your best« und im Bereich »Kids« erstmals seit 1995 auch wieder lizenzfreie Motive anbieten.

Auf der »Heimtextil 2005« in Frankfurt/ M. wurde das neue Produkt-Segment »Unicade« vorgestellt. Das von Herding entwickelte und patentierte Verfahren erlaubt es, gewebte Unikate zu Kaufhauspreisen zu produzieren. Flauschdecken und Bettwäsche, die von Kunden selbst gestaltet wurden, lassen sich in Kleinstmengen oder auch als Einzelstücke weben. Die Unikate werden zu einem Preis ab 49 Euro angeboten.

Für weitere Umsatzsteigerung soll die Gewinnung neuer Großkunden sowie eine Neuorganisation der Kollektionen, hier insbesondere der Ausbau des Bereichs für die Zielgruppe der zehn bis achtzehnjährigen sorgen. Außerdem will das Traditionsunternehmen sein Import- und Exportgeschäft im Zuge der Internationalisierung bei Beschaffung und Absatz ausweiten.

Herding beschäftigte zuletzt 130 Mitarbeiter. Die am Standort Bocholt konzentrierte Produktion bestand aus Weberei, Rauherei und Konfektion. Darüber hinaus wurden in erheblichem Umfang Produkte aus der Türkei bezogen. Ein modernes Warenlager und ein EDV-gestütztes Warenwirtschaftssystem sorgen für einen hohen Servicegrad. Der Schwerpunkt des Absatzmarktes liegt traditionell in Zentraleuropa und in den angrenzenden Ländern.