Rügenwalder Wurstfabrik

Nachruf

Kurt Paul Rauffus, Seniorchef der Carl Müller GmbH & Co. KG Rügenwalder Wurstfabrik, Bad Zwischenahn, verstarb Anfang Januar 2007 im Alter von 83 Jahren. Das 1834 von Metzgermeister Carl Müller I im pommerschen Rügenwalde gegründete Familienunternehmen gehört zu den bedeutendsten Branchenadressen in Deutschland. Das Traditionshaus, das bereits in seinen Anfängen Wurstspezialitäten nach eigenen Rezepturen herstellte, erwirtschaftet aktuell mit 400 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 135 Mio. Euro.

1923  in Lützen bei Leipzig geboren, absolvierte Rauffus nach der Kriegsgefangenschaft ein Volontariat bei der Commerzbank in Hannover, um danach bis zur Gesellenprüfung das Uhrmacherhandwerk zu erlernen. Die Aufnahme eines BWL- und VWL-Studiums dient dem Ziel, später ein eigenes Juweliergeschäft zu betreiben. Statt dessen wird Rauffus nach der Eheschließung mit Ruth Müller, Urenkelin des Firmengründers und einziges Kind von Unternehmer Carl Müller III, 1952 Kommanditist des mittlerweile im niedersächsischen

Westerstede ansässigen Betriebs, der damals bereits über 50 Mitarbeiter hatte. 1956, im Jahr der Stammsitzverlegung nach Bad Zwischenahn, wurde »Rügenwalder Teewurst« als geschützte Herkunftsbezeichnung anerkannt. Mit der 1964 erfolgten Berufung von Rauffus zum geschäftsführenden Gesellschafter wuchs das Unternehmen im Zeichen stetigen Aufschwungs zu einem der größten Produzenten von Fleischspezialitäten heran.

Vier Produktlinien sind im Markt etabliert: »Rügenwalder Teewurst«, »Pommersche Gutsleberwurst«, »Schinkenspicker« sowie der unlängst wieder eingeführte Edelkochschinken »Pommern Spiess«, der 2005 vom deutschen Lebensmittelhandel als erfolgreichste Innovation im Wurstmarkt ausgezeichnet wurde. In die neuen Produktionsanlagen für am Spieß gegarte Schinken wurden 10 Mio. Euro investiert. Im Teewurst-Segment ist Rügenwalder mit einem Anteil von 39 % gemessen an Umsatz und Menge nationaler Marktführer. Markenzeichen ist die rote Mühle, die sich handfestem Pragmatismus verdankt. Carl Müller II, Patron des Zeichens, entschied sich seinerzeit für die Visualisierung seines eigenen Namens.

Rauffus, privat ein begeisterter Tennisspieler und Kegler, bekleidete in seiner aktiven Zeit als Unternehmer eine Reihe von Ämtern. In diesem Zusammenhang hatte er unter anderem den Vorsitz der Niedersächsischen Fleischwarenindustrie und die Vizepräsidentschaft des Bundesverbandes der deutschen Fleischwarenindustrie inne. 1988 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Sohn Christian Rauffus trat Anfang der 90er Jahre in den Betrieb ein und repräsentiert nun in seiner Person die fünfte Generation des Familienunternehmens.

www.ruegenwalder.de