Claas KGaA mbH

Gute Aussichten

Die Claas KGaA mbH, Harsewinkel, verzeichnet auf den für sie wichtigen Landtechnikmärkten erst wieder seit dem vierten Quartal 2010 positive Tendenzen. Das abgelaufene Geschäftsjahr (30.09.) war für das Familienunternehmen von einem Umsatzrückgang infolge der Krise um 14,7 % auf 2,475 Mrd. Euro geprägt. Das Ergebnis vor Steuern in Höhe von 77 Mio. Euro entspricht einer Umsatzrendite von 3,1 %. Dabei wurde das »Working Capital« stark reduziert. Der »Free Cashflow« lag bei 215,8 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 35,7 %. Die Liquidität stieg erstmals auf über 900 Mio. Euro. Das zuletzt aufgelegte Programm »Fitness 2010« hat die erwarteten Prozessverbesserungen und Einsparungen vollständig erbracht.
Die Landtechnikmärkte in Westeuropa tendierten generell schwach, obwohl sich die Einkommen der Bauern und Lohnunternehmer in einigen Regionen stabilisierten. Zugleich war ein Wandel im Anbau zu beobachten. Die Nutzung von Flächen für Biomasse nahm erheblich zu, so dass sich die Maschinennachfrage auf Erntemaschinen für die Biomasse- und Biogasgewinnung hinsichtlich Häckseltechnik, Großtraktoren für die Siloverdichtung und Teleskoplader richtete. Die Märkte in Osteuropa, speziell in Russland, ließen 2009 zunächst stark nach, um sich mittlerweile auf niedrigem Niveau zu stabilisieren, wobei die unbefriedigende Einkommenssituation der landwirtschaftlichen Betriebe, Zurückhaltung der Banken bei Krediten sowie teilweise katastrophale Wetterverhältnisse für die nur langsame Markterholung sorgten.
Auch in Zentraleuropa kam es zu deutlichen Rückgängen der Landtechnikmärkte, während die Entwicklung in Nordamerika leicht positiv war. Die Ernteerträge waren durchweg gut und hielten die Einkommen der Landwirte und Lohnunternehmen hoch. Demgegenüber verzeichneten die südamerikanischen Märkte sehr deutliche Zuwächse, die sich günstigen Witterungsbedingungen, guten Ernten sowie deutlich gestiegenen Preisen für die Farmer verdankten. Zudem wirkten sich attraktive staatliche Förderprogramme für die Landwirtschaft aus. Die asiatischen Märkte blieben ebenfalls auf Wachstumskurs. In einigen Regionen Indiens wirkte sich der kräftige Monsun gut für die Landwirtschaft aus. Hinzu kamen auch hier staatliche Hilfen im Agrarbereich.
Vor diesem Hintergrund litten auch die Sparten Fertigungstechnik und Industrietechnik unter den globalen Marktbedingungen. Die Fertigungstechnik büßte aufgrund rückläufiger Auftragseingänge aus der Automobilindustrie und wegen Projektverschiebungen von Aufträgen aus dem Luftfahrt-Sektor 13,3 % auf jetzt 114,8 Mio. Euro ein, wobei sich das Ergebnis verbesserte. Die Industrietechnik, der interne Systemlieferant für Antriebstechnik, Hydraulik und Elektronik in der Claas Gruppe, hatte insofern weniger Binnenumsätze zu verbuchen. Da die externen Hauptkunden aus der Baumaschinen-, Land- und Kommunaltechnik kommen, reflektiert der um 19 % auf 25,6 Mio. Euro gesunkene Umsatz die Investitionszurückhaltung der belieferten Industrien.
Mit 125,2 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung wurden die Vorjahreszahlen hier gehalten. Die Belegschaft nahm um 499 Mitarbeiter auf 8.968 ab. 2011 soll sich die Branche deutlich erholen. Als Gründe werden die wachsenden Ernährungsansprüche der Weltbevölkerung, begrenzte Anbauflächen und der zunehmende Einsatz regenerativer Rohstoffe zur Erzeugung von Bioenergie, genannt. Die Auftragseingänge für die Ernte 2011 belegen den Trend, den kleine Maschinenbestände im Handel treiben.

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