Utsch KG

Weltmarktführer

Die 1961 als Spezialbetrieb zur Herstellung von Autoschildern gegründete Erich Utsch KG, Siegen-Eiserfeld, ist heute weltweiter Marktführer für KFZ-Kennzeichen sowie Systeme zur Registrierung und Identifizierung von Kraftfahrzeugen. Diese Position wurde unlängst durch einen Exklusivvertrag mit der französischen Firma Faab ausgebaut, der insbesondere den Zugang zu den frankophonen Märkten auf dem afrikanischen Kontinent verbessert. Den anhaltenden Erfolg führt Geschäftsführer Manfred Utsch auf technologischen Vorsprung zurück. Sein Haus arbeite unter anderem mit Soft- und Hardwarelösungen ständig daran, die Produktion und die Sicherheit von KfZ-Kennzeichen zu verbessern.

Innovativ angelegt ist auch die Kooperation mit dem Chip-Hersteller Infineon, an der außerdem die Schreiner GmbH & Co. KG, Oberschleißheim, ein Systemlieferant für Sicherheitsetiketten, beteiligt ist. Die Zusammenarbeit basiert auf einer neuen Generation Speicherchips, die Nummernschilder für vielfältige mobile Anwendungen nutzbar macht. Ziel ist die Weiterentwicklung des von Utsch konzipierten »Dritten Kennzeichens«. Dabei handelt es sich um einen holografischen Sticker, der innen auf der Windschutzscheibe angebracht wird und die Gültigkeit der äußeren Kennzeichen bestätigt. Der Versuch, den Aufkleber abzulösen, macht ihn unbrauchbar. Künftig wird nun ein Speicherchip in dieses Sicherheitsetikett integriert, in dem diverse Informationen hinterlegbar sind. Bestimmte Speicherbereiche können dann per Passwort angewählt werden. Da der Chip über Antenne und Transponder verfügt, sind Kennzeichendaten auch aus weiter Entfernung überprüfbar. So wären mit einem »Handheld-Computer« ausgerüstete Polizeibeamte in der Lage, mit einer PIN die Fahrzeugdaten auszulesen. Dadurch wäre sofort festzustellen, ob mit dem Fahrzeug etwas nicht in Ordnung ist. Autoverleiher können ihre Fahrzeuge besser absichern, indem sie das intelligente Kennzeichen mit dem Transponder ausrüsten. Sobald ein Wagen am »Gate« des Verleihers vorbeifährt, wird signalisiert, dass er zurück ist. Für die Kunden entfiele damit vor allem auf Flughäfen eine lange Lauferei.

Utsch unterhält Geschäftsbeziehungen zu 92 Staaten weltweit und geht aus Wertschöpfungsgründen vorzugsweise Joint-Ventures ein. Die Auslandsumsätze werden besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern erwirtschaftet, die neue KfZ-Kennzeichensysteme einführen. Typische Motive sind die Verhinderung von Fahrzeug-Diebstählen sowie die Fälschung von Kennzeichen, um Steuern zu hinterziehen. In diesem Sinne übernimmt Utsch bis 2006 zusammen mit der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Deutschen Entwicklungshilfe-Gesellschaft (DEG) die Neuregistrierung von 1,5 Millionen Fahrzeugen. Das Projekt schließt auch die Vorbereitungen zur internationalen Einführung von TÜV-Stationen ein. Sri Lanka wird durch die neue Systemtechnik erstmals in der Lage sein, exakte Daten über den Fahrzeugbestand zu erheben. Auch das »dritte Kennzeichen« kommt hier zur Anwendung. In Südamerika hat Uruguay ein Pilotprojekt gestartet und Kennzeichen mit Sicherheitsmerkmalen eingeführt. Damit will das Land Vorbildfunktion übernehmen und die Einfuhr gestohlener PKW eindämmen.

Der größte Einzelauftrag der 40-jährigen Firmengeschichte kommt aus Guatemala. Die in nur 6 Monaten gefertigten 2,7 Millionen Schilder sind Grundstock einer Sicherheitskonzeption in Verbindung mit dem Fahrzeugschein und dem »dritten Kennzeichen«. In Indien werden 60 Millionen Kraftfahrzeuge nach und nach mit dem »dritten Kennzeichen« ausgestattet. Im Zuge dieses Joint-Ventures wird am Siegener Stammsitz ein Ausbildungsprogramm für indische Arbeitnehmer aufgelegt.

Nach Auffassung von Manfred Utsch bildet der Osten Europas – von den EU-Beitrittskandidaten bis zu den Staaten der Ex-Sowjetunion – einen riesigen Wachstumsmarkt. Mit einem Großauftrag aus Rumänien, der Mehrheitsbeteiligung an der polnischen Utal GmbH, einer Niederlassung im weißrussischen Gomel und einer Präsenz in St. Petersburg wurden erste Schritte zur Erschließung getan. Gegenwärtig belaufen sich die Umsätze in dieser Großregion je nach Auftragslage auf jährlich fünf bis zehn Millionen Mark.

Das Lieferprogramm umfasst Schilderrohlinge sowie Werkzeuge und Maschinen für die Kennzeichenprägung, schlüsselfertige Großanlagen zur Autoschilderproduktion und spezielle Sicherheitskonzepte gegen Autodiebstahl bis zur Entsorgung im Tochterunternehmen Utsch Recycling.

Die Unternehmensgruppe beschäftigt derzeit rund 350 Mitarbeiter und erzielte zuletzt Umsätze von über 150 Mio. Mark. Noch in diesem Jahr soll die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft erfolgen, um die Weichen für weiteres Wachstum zu stellen. Mittelfristig ist ein Börsengang möglich.

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