Faber-Castell AG

Beachtliche Zuwächse

Die Faber-Castell AG, Stein bei Nürnberg, verzeichnete im Geschäftsjahr 2001/2002 (31.3.) mit 301,7 Mio. Euro (Vorjahr 314,8 Mio. Euro) bei gleich bleibendem Ertrag einen leichten Umsatz-Rückgang, während sich die ersten sechs Monaten des neuen Geschäftsjahrs insbesondere in Europa stark positiv entwickeln. Die Einbußen gehen vor allem auf die kontinuierliche Währungsabwertung in Brasilien sowie auf die dramatische Wirtschaftslage in Argentinien zurück.  Der um den Abwertungseffekt in Brasilien bereinigte Gruppenumsatz lag mit 316,6 Mio. Euro 1 % über Vorjahr.

In Lateinamerika erzielten die Faber-Castell-Gesellschaften in Peru und Kolumbien erfreuliche Zuwächse, während die brasilianische Gesellschaft eine Stagnation im heimischen Markt sowie das allgemein schwierige Umfeld in Südamerika zu bewältigen hatte. Die katastrophale Entwicklung in Argentinien wirkte sich schließlich ebenfalls negativ auf das dortige Faber-Castell-Unternehmen aus.

In Deutschland erzielte Faber-Castell im Bereich Schreib- und Zeichengeräte eine Umsatzsteigerung um 5 % und lag damit wesentlich besser als der Branchendurchschnitt von ca. 2,6 %. Damit gelang es in einem stagnierenden, teilweise rückläufigen Markt, weitere Marktanteile zu gewinnen. In den USA wurden wegen des schwierigen Umfelds die Ziele nicht ganz erreicht, allerdings wurde der Vorjahresverlust durch ein Umsatzplus von 15 % deutlich reduziert.

Auch in der Region Asien/Pazifik sank der Umsatz um 5 %, wobei die Konjunkturschwäche in den USA Auswirkungen auf Schlüsselindustrien in Malaysia und Singapur zeigte. Die guten Umsatzzuwächse der beiden Vorjahre konnten hier ebensowenig wie in Indonesien fortgeschrieben werden. Dagegen wurden die Geschäfte in Indien weiter ausgebaut, und auch die neue Gesellschaft in China entwickelte sich erwartungsgemäß. Unter diesen Vorzeichen litt das Gesamtergebnis unter Sonderfaktoren. Der Jahresüberschuss vor Steuern betrug 8,3 Mio. Euro (Vorjahr 8,7 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote lag bei 32 %.

Demgegenüber gelang es in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres trotz weltweit schwacher Konjunktur, in Europa, aber auch in der Region Asien/Pazifik beachtliche Zuwächse zu erzielen.

In Deutschland und im europäischen Markt lag die Umsatzsteigerung bei Schreib- und Zeichengeräten sogar im zweistelligen Bereich. Anders stellt sich die Entwicklung im hart umkämpften Sektor PBS (Papier, Büro, Schreibwaren) dar. Die anhaltend in diesem Jahr gute Auftragslage lässt jedoch erwarten, dass die budgetierten Ziele erreicht werden können.

Die 1761 als Bleistiftfabrik gegründete Unternehmensgruppe zählt international zu den führenden Herstellern und Vermarktern hochwertiger Produkte zum Schreiben, Malen und kreativen Gestalten. Im Kernbereich »holzgefasste Stifte« ist Faber-Castell mit über 1,8 Milliarden Blei- und Farbstiften pro Jahr weltweit bedeutendster Hersteller, wobei die Produktion von Farbstiften dominiert.

In insgesamt 15 Fertigungsstätten und 18 Vertriebsgesellschaften werden rund um den Globus 5.500 Mitarbeiter beschäftigt, davon allein ca. 2.800 Mitarbeiter im brasilianischen Sao Carlos/Sao Paulo (einschließlich 500 Mitarbeiter in einem Wiederaufforstungsprojekt in der Region Prata, Bundesstaat Minas Gerais).

In Malaysia wurde jüngst ein neues Werk mit 400 Mitarbeitern eröffnet. Als besondere Attraktion des »Pencil Tower« wurde vor dem Verwaltungstrakt der mit 18 Metern größte echte Bleistift der Welt aufgestellt. Faber-Castell hatte bereits 1980 in Malaysia mit der Produktion von Naturkautschuk-Radierern begonnen und wurde nach eigener Aussage seither zum größten Radiergummihersteller der Welt. Die 1994 in der Nähe von Kuala Lumpur entstandene Produktionsanlage, die auch Wachsmalkreiden, Druckbleistifte und Gel-Schreiber fertigte, war inzwischen zu klein geworden.

Faber-Castell sieht sich mit seiner strategischen Ausrichtung, mit seiner Innovationskraft und mit seiner weltweit stringenten Markenführung gut für die Zukunft gerüstet. Das Familienunternehmen hat für seine exklusiven Produktlinien ein »Shop-in-Shop«-System entwickelt, das die hochwertige Schreibgeräte-Linie weltweit im Premium-Handel inszeniert.

Als Pilotprojekt wurde Ende 2001 der erste Standort in der neu eröffneten Papeterie Schreibmayr in München installiert. 2002 kamen weitere Premium-Standorte in Bonn, Hamburg, Bremen und Singapur hinzu. Im September diesen Jahres folgten Athen und Rom. Das Haus befindet sich in achter Generation durchgängig in Familienhand und wird von Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell (61) geleitet.

www.faber-castell.de