Gebr. Alexander Rhein. Musikinstrumentenfabrik GmbH

225-jähriges Jubiläum

Die 1782 von Franz Ambros Alexander als Handwerksbetrieb zur Herstellung von Musikinstrumenten gegründete Gebrüder Alexander, Rheinische Musikinstrumentenfabrik GmbH, Mainz, feiert ihr 225-jähriges Bestehen. Das Familienunternehmen wird in siebter Generation von Philipp Alexander geführt. Mitgesellschafter des ältesten deutschen Metallblasinstrumentenherstellers sind David und Anton Alexander. Neben der reinen Produktion von Blechblasinstrumenten wird traditionell der Handel mit Musikinstrumenten, mit Musikalien und Zubehör betrieben.
Schon die zweite Generation hatte neben der Fertigung mit dem Vertrieb der eigenen Produkte begonnen. Wurden anfangs hauptsächlich Holzblasinstrumente hergestellt, verlagerte sich der Produktionsschwerpunkt Mitte des 19. Jahrhunderts zugunsten von Blechblasinstrumenten. Prominentester Kunde dieser Zeit wurde 1862 Richard Wagner, der auf seiner Suche nach einer »Wagnertube« Kontakt mit Gebr. Alexander aufnahm. Die Fokussierung auf Blechblasinstrumente begründete schließlich den Aufschwung des Unternehmens.

Von großer Bedeutung für die erfolgreiche Firmengeschichte war 1909 die Entwicklung des ersten voll ausgebauten Doppelhorns mit Umschaltventil, Modell 103. Das Patent legte den Grundstein für eine rasante Entwicklung im Waldhornbau. Heute ist das Doppel-Waldhorn der weltweit meistgespielte Typ. Hatten die klassischen Herstellungsverfahren noch sechs Tage für ein Doppelhorn verlangt, reicht heute ein Arbeitstag für die Grundausführung, allerdings ohne Liege- und Trocknungszeiten, aus. Dessen ungeachtet braucht es für ein solches Instrument auch bei vorgefertigten Teilen ca. 700 bis 800 Arbeitsschritte.
Nachdem der Betrieb im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, gelang Philipp Johann Christoph Alexander in fünfter Generation mit den aus der Gefangenschaft heimgekehrten Mitarbeitern sowohl der Wiederaufbau als auch die Wiedereroberung der einstigen Marktstellung.

Die beiden nachfolgenden Generationen haben die handwerkliche Fertigung grundlegend verbessert sowie innovative Technologien in die Weiterentwicklung und in die Neukonstruktion eingeführt. International renommierte Klangkörper wie die Berliner Philharmoniker, das Chicago Symphony Orchestra und das Tokyo Symphony Orchestra spielen auf Alexander-Hörnern. Im Zuge dieser positiven Entwicklung stieg die Exportquote zuletzt stetig an, so dass heute 68 % des Umsatzes auf Auslandsmärkten gemacht werden, während der Absatz im Inland aufgrund massiver Einsparungen im Kulturbereich und im Etat der Bundeswehr schrumpft.
Der Export konzentriert sich auf die EU, auf die USA, auf Japan, Südkorea und China, asiatische Länder, die für westliche Musikkultur aufgeschlossen sind. In diesem Sinne gibt es in Japan einen »Alexander Owners Club« mit 400 Mitgliedern. Gleichwohl werden Mainzer Hörner auch in Südamerika, in der nördlichsten Ecke Kanadas und in Neuseeland nachgefragt, was bisweilen zu gewissen Herausforderungen führt. So ging die Bestückung von drei Orchestern im Kongo als logistischer Großakt in die Annalen ein. Zu den exotischen Ordern zählte auch die Lieferung einer kompletten Orchesterausstattung in die Südsee an den König von Tonga.

Das Mainzer Familienunternehmen stellte im vergangenen Jahr insgesamt 900 Blechblasinstrumente her. An erster Stelle stehen Hörner, gefolgt von Wagnertuben, Trompeten und Tubas. Käufer müssen gegenwärtig ein gutes halbes Jahr Lieferzeit akzeptieren. Als Ausbildungsbetrieb in einem ehrwürdigen Fach werden regelmäßig Lehrlinge für den Beruf Metallblasinstrumentenmacher eingestellt. Für die Fertigungsqualität spricht, dass mit dem F/B-Doppelhorn, Modell 503M, zweimal der Deutsche Musikinstrumentenpreis der Blechblaskategorie gewonnen wurde.
2006 haben 65 Mitarbeiter Umsätze von 7,17 Mio. Euro erwirtschaftet. Anlässlich des Jubiläums hat der weltgrößte Musikverlag, Schott Music International, dem Traditionshaus eine eigene Jubiläumshymne geschenkt, die im September mit 225 Bläsern in Mainz öffentlich uraufgeführt wurde.

www.gebr-alexander.de