Gerry Weber International AG

Starkes Ergebnis

Die Gerry Weber International AG, Halle/Westfalen, hat ihre Marktposition weiter ausgebaut. Der Umsatz wuchs in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahrs (November-Juli) gegen den Branchentrend erneut um fast 10 % auf 386,3 Mio. DM. Das Ergebnis vor Steuern stieg um 22 % auf 21,6 Mio. DM. Die Exportquote lag bei 41 %. Die Investitionen nahmen um 146 % auf 13,8 Mio. DM zu. Sie gelten vor allem dem hochmodernen neuen Rohwarenlager in Brackhagen. Für das ganze Geschäftsjahr wird ein Gesamtumsatzplus von 12 % auf rund 580 Mio. DM erwartet. Das Ergebnis vor Steuern soll um 27 % auf rund 47 Mio. DM zulegen. Die Dividende ist auf Vorjahresniveau geplant.

Die Order für die neue Frühjahr/Sommer-Kollektion 2000 stiegen um 8,5 %. Alle fünf Marken, deren Stil exakt nach Kundengruppen ausgerichtet sind, verbuchten Zuwächse: Die Hauptmarke »Gerry Weber« legte in den ersten drei Quartalen mit einem Umsatz von 213,6 Mio. DM um fast 7 % zu und trägt mit 55 % zum Gesamtumsatz bei. Der Ordereingang von 164,6 Mio. DM entspricht einem Plus von 10 %. Die Kollektion »für die erfolgsorientierte Frau« wurde um eine Stricklinie erweitert. Eine Hosenlinie soll folgen. Die jugendliche »Taifun«-Kollektion erreichte bei einer Bestellzunahme um 4 % auf 61,5 Mio. DM Umsätze von 84,5 Mio. DM (+ 9,7 %). Erheblich gestiegen ist das Interesse an der Marke »Samoon« für Frauen mit großen Konfektionsgrößen, die eine Umsatzsteigerung um 13,1 % auf 43 Mio. DM zeigte (Ordereingänge: + 6,7 %). Die jüngste Marke – speziell für den Freizeitbereich – war ganz besonders gefragt. »Court One« verbuchte mit einem Umsatzplus von 96 % auf 23,5 Mio. DM ein Rekordergebnis. Die Ordereingänge für die Frühjahr/Sommersaison 2000 belaufen sich auf 18,1 Mio. DM. Beim internationalen Exklusiv-Label Aigner kletterte der Ordereingang um fast 30 % auf 16,9 Mio. DM. Die Gründe liegen in der erstmals präsentierten sportiven Lifestyle-Kollektion. Zudem belebte sich das Fernostgeschäft nach der Asienkrise deutlich. Hier wird mit weiter steigender Nachfrage gerechnet.

Im dritten Quartal wurden erstmals Verträge über Lizenzen im nicht-textilen Bereich geschlossen. Demnächst kommen unter dem Label »Gerry Weber« auch Schuhe und Brillen ins Programm. Mit der Lizenzvergabe wird das Produktangebot verbreitert, ohne selbst zu produzieren. Die Lizenznehmer bringen ihr produktspezifisches Wissen ein und tragen das unternehmerische Risiko. Gerry Weber koordiniert und steuert die Marken. Lizenzgespräche werden auch über Taschen und Parfum geführt.

Zuletzt wurde die Gerry Weber Service International GmbH gegründet. Sie soll im nächsten Geschäftsjahr die Neustrukturierung des Unternehmens übernehmen. Ziel ist, die Organisation zu komprimieren. Die Geschäfts- und Zentralbereiche gehen in eigenverantwortliche Leitung über. Damit werden die Marken im Hinblick auf Design, Produktmanagement und Verkauf verselbständigt. Die Bereiche Technik, Warenmanagement, Logistik und Organisation werden übergreifend zusammengefasst.

Im November eröffnet in Bielefeld das erste »House of Gerry Weber«. Zur Übernahme der Einzelhandelsaktivitäten des Geschäfts wurde die Gerry Weber Retail GmbH gegründet. Das Konzept des Stores, alle Marken unter einem Dach anzubieten, wird als Franchisesystem betrieben. Mit der Gerry Weber France entstand eine neue Vertriebsgesellschaft zur strategischen Bearbeitung des attraktiven Auslandsmarkts. Aktuell wird in Paris ein erster Gerry Weber Store eröffnet.

www.gerryweber-ag.de