Harting KGaA

65-jähriges Bestehen

Die 1945 als »Wilhelm Harting Mechanische Werkstätten« gegründete HARTING Technologiegruppe, Espelkamp, blickte 2010 auf 65 erfolgreiche Geschäftsjahre zurück. Die Tochtergesellschaft in Ös­te­r­reich beging als neunte von insgesamt 32 Auslandsniederlassungen ihr 25-jähriges Jubiläum. Dietmar Harting, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens, wurde im November 2010 von der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der Leibniz Universität in Hannover für seine herausragenden Verdienste um die nationale und die internationale Normung, sein unternehmerisches Wirken sowie vielfältiges Engagement in Staat und Gesellschaft mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. HARTING hat im letzten Geschäftsjahr weltweit Umsätze von insgesamt 413 Mio. Euro erwirtschaftet und lag damit 27 % über dem krisengeprägten Vorjahr. Gegenüber dem Rekordjahr 2008 betrugen die Zuwächse sogar mehr als 7 %, wobei alle Absatzregionen deutlich zugelegt haben. Maßgeblich waren die positiven Entwicklungen in den Bereichen Maschinenbau und Automation sowie Transport und Energie.
In Deutschland wurden 146 Mio. Euro erlöst, knapp 24 % mehr als im Vorjahr. Im übrigen Europa waren es 140 Mio. Euro, gut 20 % mehr als 2009. Die größten Umsatzsteigerungen gab es in Asien, wo HARTING die Vergleichzahlen aus dem Vorjahr mit 89 Mio. Euro um 39 % übertraf. Sehr erfreulich verlief auch die Entwicklung im amerikanischen Markt, in dem 37 Mio. Euro für ein Plus von nahezu 49 % sorgten.
Im Rückblick ist eine vielseitige Firmengeschichte zu erkennen, die nach dem zweiten Weltkrieg mit der Produktion von Spar­lampen, Kochplatten, elektrischen Feueranzündern, Zweiplatten-Elektrokochern und Bügeleisen begann. 1950 bezieht der Familienbetrieb mit bereits 180 Beschäftigten frühere Munitionslagerhallen und errichtet auf 50.000 qm in Etap­pen ein modernes Werk. 1954 baut Wilhelm Harting in Auftrag eine Musikbox und stellt daraufhin Plattenspieler und Phonokoffer her. Außerdem überrascht er den Markt mit einem Zwölf-Platten-Wechsler. 1957 gründet Wilhelm Harting mit dem Inhaber des namhaften amerikanischen Unternehmens Picker die Röntgenfabrik »Picker & Harting GmbH«. Das Programm umfasst die bewährten Picker-Röntgen-Apparate, Untersuchungsgeräte sowie elektromedizinische Diathermiegeräte von HARTING.
Von historischer Bedeutung für das Familienunternehmen ist die Entstehung eines Produktionszweigs, den die Fachwelt als »Elektromechanische und elektromagnetische Bauelemente« bezeichnet. Der »Han®« (HARTING Norm) Steckverbinder wurde ebenfalls 1957 als Warenzeichen eingetragen und ist heute internationaler Standard. 1959 produziert HARTING als erstes euro­päisches Unternehmen elektrische Zigarettenautomaten. Anfang der 60er Jahre entwickelt sich das breite, damals noch kaum ausgeschöpfte Gebiet der elektromagnetischen Geräte (Hub-, Dreh- und Steuer-Magnete). Als Wilhelm Harting 1962 stirbt, zählt man am Stammsitz über 700 Beschäftigte. Fünf Jahre nach der Übernahme der Firmenleitung durch Marie Harting tritt 1967 ihr Sohn Dietmar und zwei Jahre später sein Bruder Jürgen in den Betrieb ein. Dietmar Harting übernimmt den kaufmännischen Bereich, sein Bruder leitet bis zu seinem frühen Tode 1973 im Alter von nur 32 Jahren den technischen Bereich.
Mitte der 70er Jahre wird die Produktion von Musikautomaten eingestellt, um sich ganz auf Zigarettenautomaten für den Innenbereich und Steckverbinder zu konzentrieren. 1979 wird die erste europä­ische Tochtergesellschaft in Frankreich ins Leben gerufen. Weitere Meilensteine sind das Jahr 1983, als die Flachkabelsteckverbinder-Produktion im Schweizer Uhrenzentrum Biel aufgebaut wird, und das Jahr 1986, in dem HARTING den ersten elektrischen Außenautomaten, »Semtron«, produziert.
Das neue Jahrtausend steht im Zeichen der Konfiguration als Technologiegruppe. Seit 2001 werden in der neuen Struktur mit sieben »Global Business Units« und Gesellschaften in 32 Ländern weltweit Lösungen entwickelt. Ebenfalls 2001 wird das vom Schweizer Star-Architekten Mario Botta entworfene Gebäude der deutschen Vertriebsgesellschaft in Minden bezogen. Anfang 2002 ist das modernste Automatenwerk Europas in Espelkamp-Isenstedt fertig.
2005 tritt mit Philip F. W. Harting als »Managing Director Asia Pacific« die dritte Generation in die Geschäftsleitung ein. 2007 wird seine Schwester, Maresa W. M. Harting-Hertz, als Vorstand Finanzen, Controlling und Steuern berufen. 2008 wechselt Philip F. W. Harting als Vorstand »Connectivity and Networks« zur HARTING KGaA.
Tradition versteht das Familienunternehmen als Bekenntnis zu Werten und zum Standort. Auch wenn die Gruppe mit über 3.300 Mitarbeitern konsequent auf Internationalisierung setzt, wird nachhaltig in und um Espelkamp investiert. Dies zeigt die jüngst erfolgte Einweihung eines Werks in Rahden, des siebten Werks in der Region.
Der größte Geschäftsbereich, »Connectivity & Networks«, gliedert sich in drei Segmente. Die »Installation Technology« entwickelt und vertreibt mit der Marke »Han®« Steckverbinder und Installationskonzepte für die industrielle Infrastruktur. Die »Device Connectivity« bietet innovative »har«- Steckverbinder zum Anschluss und internen Aufbau von industriellen Geräten. Die »Automation IT« ist mit dem »Ha-VIS«-Programm für Netzwerk- und RFID Komponenten zum Aufbau intelligenter Infrastruktur-Lösungen. Anwender sind der Maschinen- und Anlagenbau, die Automatisierungstechnik, die Verkehrstechnik, die Energieerzeugung und -verteilung, die industrielle Elektronik, die Geräteanschlusstechnik, die Telekommunikation, die Medizintechnik sowie die Rundfunk-, Bühnen- und Veranstaltungstechnik.
2010 hat HARTING auf den wichtigsten Messen neue Produkte und Lösungen vorgestellt. Als Innovationstreiber werden auch 2011 erhebliche Mittel für Forschung und Entwicklung eingesetzt. Geplant sind Aufwendungen von über 70 Mio. Euro.
www.harting.de