Harting KGaA

Siebzigster Geburtstag

Dietmar Harting, seit 1973 Geschäftsführender Gesellschafter der HARTING Elektronik GmbH und seit 1996 Persönlich haftender Gesellschafter der HARTING KGaA, Espelkamp, eine der bedeutendsten Unternehmerpersönlichkeiten in Ostwestfalen-Lippe, beging Mitte September seinen 70. Geburtstag und empfing aus den Händen der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Christa Thoben das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Die Auszeichnung würdigte den herausragenden Beitrag zur Entwicklung der Region sowie der gesamtdeutschen Wirtschaft durch nationalen und internationalen Einsatz für die Normung. Das 1945 von den Eltern Wilhelm und Marie Harting in Minden gegründete Familienunternehmen, das der Jubilar seit 1987 mit seiner Frau Margrit führt, wandelte sich in seiner Ägide dank großer Weitsicht und Nachhaltigkeit (»Ein Unternehmer muss immer rastlos sein«) zu einem global agierenden High-Tech-Mittelständler der elektrischen, elektronischen und optischen Verbindungs-, Übertragungs- und Netzwerktechnik.
Der Branchenführer beschäftigt in 28 Landesgesellschaften und Vertretungen, in den Produktionswerken Espelkamp (5), in Großbritannien, Rumänien, in der Schweiz, in den USA, in China sowie in der Mindener Vertriebszentrale rund 3.000 Mitarbeiter, von denen rund die Hälfte am Stammsitz für den größten Arbeitgeber am Ort tätig ist. Jenseits des Unternehmens haben vielfältige Engagements sozialer, medizinischer und kultureller Ausrichtung Tradition, ebenso im Sport, hier prominent als Sponsor des VfL Osnabrück und des Handball-Bundesligisten GWD Minden, sowie in der technikorientierten Ausbildung und Förderung junger Menschen.
Im Krisengeschäftsjahr 2008/2009 (30.09.) erzielte die Technologiegruppe Umsätze von 325 Mio. Euro (Vorjahr 385 Mio. Euro), ein in Anbetracht der negativen Branchenprognose respektables Ergebnis, das sich trotz der Einbrüche im Maschinenbau, in der Automation und im Bereich »Industrial Devices« bei stetigem Wachstum in Fernost der breiten Kundenbasis in allen Industriebereichen, aber auch der guten Auftragslage in den Segmenten Erneuerbare Energien und Bahn-Infrastruktur verdankt. Das Asiengeschäft wuchs mit 64 Mio. Euro gegen den weltweiten Trend um über 3 %. Vor diesem Hintergrund nahm die Zahl der Auszubildenden auch 2009 weiter zu.
Als Dietmar Harting seine berufliche Laufbahn 1967 nach dem Studium der Elektrotechnik und der Wirtschaftswissenschaften in München, Hannover und Köln im eigenen Unternehmen begann, erwirtschafteten rund 1.000 Mitarbeiter mit Lampen, Kochplatten, Bügeleisen und Musikboxen 29 Mio. DM. Als das Sortiment später um einen neuartigen, robusten, leicht zu bedienenden Han®-Steckverbinder entscheidend erweitert wurde, legte dessen Siegeszug den Grundstein für die dynamische Entwicklung, die sich in 789 Patenten zeigt. Mit Dietmar Harting verbindet sich die konsequente, äußerst erfolgreiche Internationalisierung und die ständige innovative Erweiterung des Produktportfolios, beides gemäß der Mitte der 90er Jahre entworfenen Vision, ein Weltunternehmen zu werden und doch zugleich ein unabhängiges Familienunternehmen zu bleiben.
HARTING bietet maßgeschneiderte Produkte zur Übertragung und Vernetzung von Energie und Daten, speziell im Maschinenbau, in der Bahntechnik, für Windenergieanlagen, in der Fabrikautomation und für die Telekommunikation, zudem elektromagnetische Systeme für die Automobilindustrie, Lösungen für die Gehäusetechnologie und Shop-Systeme. Aus der Steckverbinder-Idee wurden Industrie-Lösungen im Ethernet-Bereich, Systeme zur flexiblen Energieanbindung und elektrooptische Steckverbinder für höchste Datenübertragungsraten. 2006 wurde für die Entwicklung des UHF RFID-Transponders der renommierte Internationale Technologiepreis der Hannover Messe, der Hermes Award, zuerkannt. 2009 erfolgte für eine weitere Innovation die abermalige Nominierung.
Der Macher und Manager, der eigentlich Archäologe werden wollte, war stets in Organisationen und Verbänden aktiv, auch in diversen Spitzenämtern. So führte Harting von 1998 bis 2004 als erster mittelständischer Präsident den Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI), dessen Ehrenpräsident er nun ist. Als Vorsitzender der »Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik« (DKE) im Deutschen Institut für Normung (DIN) sowie im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) setzt sich Harting als Ehrenmitglied für die Normung ein, von Ende 2003 bis Ende 2009 als Vorstand des DIN. 2007 folgte die Präsidentschaft des Europäischen Komitees für elektrotechnische Normung (CENELEC). Vom selben seltenen Know-how profitiert die EXPRESS Gruppe (»Expert Panel for the Review of European Standardisation«) der EU-Kommission.
Als einer der ältesten Aussteller der Hannover Messe ist Harting, seit 1999 Mitglied im Präsidium des BDI, stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat der Deutschen Messe AG, Hannover, wobei er hier den Bau- und Investitionsausschuss leitet. 2008 wurden diese langjährigen Verdienste mit der Goldenen Messe-Ehrenmedaille gewürdigt. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff vergab bereits 2004 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Landes. Für berufliche Entlastung sorgen inzwischen Sohn Philip und Tochter Maresa, die beide als dritte Generation ins Unternehmen eingetreten sind.
www.harting.de