Schlüter Söhne GmbH & Co. KG

200-jähriges Jubiläum

Die 1807 von Johann August Schlüter als kleiner Fuhrbetrieb gegründete J. A. Schlüter Söhne GmbH & Co. KG, Hamburg, feiert ihr 200-jähriges Bestehen. Heute wird das Familienunternehmen in sechster Generation von John-Henry Schlüter geführt. 70 Mitarbeiter sind auf den beiden Geschäftsfeldern der »J. A. Schlüter Söhne LKW GmbH« und der »J. A. Schlüter Söhne Industrie Vertriebs GmbH« (IVG) tätig, wobei es um den Vertrieb, die Reparatur und die Stellung von Ersatzteilen für Mercedes-Benz, sowie Groß- und Einzelhandel für Standheizungen von Eberspächer, erweitert um Aurora-Klimaanlagen, geht.

Im 19. Jahrhundert profitierte der kleine Betrieb vom Ausbau der Hansestadt. Neben dem Transportgeschäft entwickelten sich Ausflugsfahrten ins Hamburger Umland und Fernreisen. 36 Stunden brauchte es nach Berlin, Bremen war 12 Fahrstunden entfernt. 1857 übernahm Johannes August Schlüter die Firma und errichtete eine Pferdeomnibus-Linie zwischen Hamburg und dem Bahnhof Harburg, die nach 20 Jahren mit der Verlängerung der Eisenbahn über die Elbe hinaus ein Ende fand. Der Wohlstand nach der Reichsgründung 1871 unterstützte das Geschäft mit Luxus-Transportern. Kunden waren damals Senatoren und Kaufleute, die Wert auf Komfort und Form legten. 1877 kamen Krankentransporte hinzu. Um 1900 umfasste der Fuhrpark dann 320 Pferde und 200 Wagen. 15 Mitarbeiter schlugen täglich über 100 Hufeisen auf.

Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte der Umzug in den legendären »Pferdestall« am Bornplatz. Drei Grundstücke breit, vier Stockwerke hoch, ein 600 qm großer Hofplatz mit Glasüberdachung und Stallungen für 200 Pferde. J. A. Schlüter Söhne war das größte Luxusfuhrunternehmen Europas.

Kurz darauf begann die Ära des Automobils. Aus Kutschern wurden Chauffeure und der wohl situierte Kundenstamm wurde mit Benzinkutschen bewegt. Nach den Rückschlägen des ersten Weltkriegs konzentrierte sich die vierte Generation auf den Sektor »Autoverkauf, -vermietung und -reparatur«. 1924 wurde die Vertretung der Maybach GmbH Friedrichshafen übernommen, kurz darauf die Vertretung von Citroen und Studebaker. Zusätzlich verbreiterte sich die Geschäftsbasis durch die Vertretung der Heinrich Büssing AG, die Busse und Lastkraftwagen herstellte. Diese Zusammenarbeit mit dem Branchenführer für Nutzfahrzeuge in Deutschland stärkte die Stellung des vielseitigen Unternehmens.

In den 30er Jahren wurden jährlich 40 Maybachs, 40 Lanz-Bulldog-Traktoren und 200 Büssing-NAG-Nutzfahrzeuge verkauft. Im Mietwagengeschäft fuhren Anfang der 40er Jahre 67 Kraftwagen, darunter 12 Maybach-Limousinen und 32 Krankenwagen. Mit der Zeit hatte sich die Reparatur von Lastkraftwagen, Bussen und Bolldog-Traktoren zum Hauptgeschäft entwickelt. Die Luxuswagen-Vermietung trat zurück, bis sie mit Ausbruch des zweiten Weltkriegs ganz eingestellt wurde. Als kriegswichtiger Betrieb profitierte das Unternehmen zunächst, wurde aber schließlich durch Bombardements so stark zerstört, dass mehrere Standorte aufgegeben werden mussten.

1945 gab es wieder 300 Mitarbeiter, da die britische Besatzung die Transporter von Schlüter Söhne mit der Lebensmittelversorgung Hamburgs beauftragt hatte. 1953 begann der Vertrieb von DKW-Fahrzeugen. Ende der 60er Jahre endete die Beziehung zu Büssing nach der Übernahme durch MAN. Schlüter Söhne ging daraufhin die bis heute fortbestehende Partnerschaft mit Mercedes-Benz ein. 1974 endete dann auch die Zusammenarbeit mit dem VW-Konzern, als die beiden Marken Audi und VW gemeinsam vertrieben wurden. 1981 lief die Partnerschaft mit Citroen aus. Künftig soll der Bereich Hydraulik und Anhänger erweitert werden. Auch der Wiedereinstieg ins PKW-Geschäft wird wieder fokussiert.

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