J. G. Niederegger GmbH & Co. KG

200 Jahre Süßwaren

Die im Jahr 1806 gegründete J. G. Niederegger GmbH & Co. KG, Lübeck, wird 200 Jahre alt. Auf über 35.000 qm eigenem Grund und Boden werden rund 25.000 qm Produktions- und Lagerfläche genutzt. Gegenwärtig stellen 500 fest angestellte Arbeitskräfte sowie 200 Saisonkräfte täglich bis zu 30.000 kg Marzipan her. Die Ausformung, die Verpackung und der Versand erfolgen in bis zu 70 Metern langen Formstraßen. 300 verschiedene Produkte, davon je 100 Weihnachts- bzw. Osterartikel, erreichen auch als Pralinen, Trüffel und Heißgetränke Kunden in aller Welt. Zwölf deutsche und 25 europäische Anbieter machen die Wettbewerbslandschaft aus.

Mittlerweile wird das Traditionshaus in siebter Generation geführt: Holger Strait und seine Ehefrau Angelika Strait-Binder zeichnen als Geschäftsführende Gesellschafter für das Familienunternehmen verantwortlich. Zu den großen Herausforderungen im Laufe der Firmengeschichte zählten der Schritt vom reinen Handwerk zur Industrie ohne Qualitätseinbußen hinzunehmen, das Wegsterben des Fachhandels in den 80er Jahren sowie der Erwerb einer technischen Anlage, die Marzipantafeln mit fester Füllung erlaubt.

Der Grundstein des heutigen Geschäfts wurde gelegt als Johann Georg Niederegger, ein Konditor aus Ulm, Anfang des 19. Jahrhunderts die Lübecker Konditorei Maret auf eigene Rechnung übernahm und es ihm in der Folgezeit gelang, seine führende Rolle in der Hansestadt trotz politischen Widrigkeiten (Handelsblockaden durch Soldaten Napoleons) auszubauen. Als der Sohn Marets die Konditorei 1822 übernahm, war Niederegger finanziell gerüstet, um das heutige Stammhaus zu kaufen. Drei Jahre später wurde der Marzipanverarbeiter bereits als einzige von sieben Konditoreien in das renommierte Nürnberger »Adressbuch für Kaufleute und Fabrikanten« aufgenommen. 1880 erwarb die dritte Generation die Nachbarimmobilie des Stammhauses hinzu und eröffnete in den neuen Räumen ein Café im Jugendstil sowie ein Lesezimmer.

In den 20er Jahren entstanden erste Schritte zur Marke. Das Lübecker Holstentor in den Farben Weiß, Rot und Gold wurde zum einprägsamen Zeichen des Hauses.

1930 schlug Niederegger in der Wirtschaftskrise mit dem Neubau einer Marzipanfabrik zukunftsweisende Wege in der Produktion ein: Maschinen übernahmen die Verarbeitung der Rohstoffe. Gleichzeitig wurde das Verkaufsnetz im In- und Ausland dichter geknüpft. Handelsvertreter und Importeure verstärkten den Vertrieb. Gestützt auf den Klassiker »Marzipan Happen« wurde schließlich die Marktführerschaft im Segment Premiummarzipan erreicht, die das Unternehmen seither innehat. Im zweiten Weltkrieg zerstörten britische Bomben das Stammhaus und vernichteten unter anderem auch das Firmenarchiv. Mit dem Wiederaufbau wurde unmittelbar nach Kriegsende begonnen. 1963 beschloss die Unternehmensleitung den Umzug ins Lübecker Industriegebiet. 2003 wurde ein letzter Erweiterungsbau eingeweiht.

www.niederegger.de