KWS Saat AG

150-jähriges Jubiläum

Die 1856 gegründete KWS Saat AG, Einbeck, wird 150 Jahre alt. Aus dem ehemaligen Züchtungsbetrieb für Zuckerrüben ist ein führender international tätiger Pflanzenzuchtbetrieb hervorgegangen, der mit seinen 2.500 Mitarbeitern in 68 Ländern vertreten ist und 2005 einen Jahresumsatz von 500 Mio. erreichte. Zur KWS-Gruppe, deren Aktienmehrheit von den Familien Büchting, Arend Oetker und Giesecke gehalten wird, zählen 46 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften. Aktuell wird das Unternehmen in fünfter Generation von Vorstandssprecher Dr. Dr. h.c. Andreas Büchtling geführt, einem Ur-Ur-Enkel des Firmengründers, zuständig für die Unternehmenskoordination sowie Forschung und Entwicklung. Der alte Name Kleinwanzlebener Saatzucht AG wurde 1999 in das kompakte »KWS Saat AG« geändert.

Als der Landwirt Matthias Christian Rabbethge dereinst die Aktienmehrheit an der Zuckerfabrik in Kleinwanzleben übernahm, brachte er die Anteile in eine Offene Handelsgesellschaft ein, in die noch im selben Jahr auch sein späterer Schwiegersohn Julius Giesecke eintrat. 1859 wurde erstmals mit der Rübenzüchtung begonnen, wobei das Segment mit 44 % heute immer noch Hauptumsatzträger ist. 1885 wandelte sich die Rabbethge & Giesecke OHG in die »Zuckerfabrik Kleinwanzleben vormals Rabbethge & Giesecke Aktiengesellschaft«. Ziel der neuen Generation war, die Zuckerausbeute aus dem Rohstoff Rübe zu steigern. Mit neuesten Verfahren und Anwendung der Mendelschen Genetik-Gesetze selektierte die KWS Zuckerrüben nach ihrem Zuckergehalt und erhielt so die Pflanzen mit den besten Eigenschaften zur Weiterzucht.

Mit Zuckerrübensaatgut gelang es der KWS dann, sich auf den internationalen Märkten zu behaupten. 1908 wurde mit der Hybridzüchtung, der einmaligen Kreuzung gesondert gezüchteter Inzuchtlinien, ein Meilenstein gesetzt. Diese Methode erzielt bei der Saatgutkreuzung hoch ertragreiche Pflanzen. Bis 1920 stand die Züchtung von Zuckerrüben im Fokus bis schließlich Getreide, Futterrüben und Kartoffeln hinzukamen. 1945 musste die KWS Kleinwanzleben verlassen und ließ sich im niedersächsischen Einbeck nieder.

In den 50er Jahren begann die  Zucht von Mais, Öl- und Eiweißpflanzen, Tochter- und Beteiligungsgesellschaften folgten. Die Einführung der Biotechnologie in den 70er Jahren markiert wieder einen Wendepunkt. 1972 gründete die KWS das erste Labor für Zellbiologie, in dem sich mit Hilfe der Biotechnologie aus Pflanzenzellen vollständige Pflanzen herstellen lassen. Später kommt die Tochtergesellschaft PLANTA hinzu, in der Pflanzen gegen Insekten, Viren und Pilze resistent gemacht werden. 1990 gewinnt die KWS die Zuchtstation Kleinwanzleben wieder und setzt mit Partnern die Genomforschung ein, um verbesserte Sorten zur umweltgerechten, nachhaltigen Produktion gesunder, hochwertiger Pflanzen zu erzeugen. Anfang des neuen Jahrtausends, als der Auslandsanteil am Umsatz auf 70 % steigt, wird die Maisgesellschaft »AgReliant« als Joint-Venture der KWS und der französischen Züchtungsgesellschaft Limagrin in den USA gegründet.

www.kws.de