Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger e.K.

Deutscher Umweltpreis

Dr. Franz Ehrnsperger, Inhaber der Brauerei Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger, Neumarkt, erhielt aus der Hand von Bundespräsident Johannes Rau gemeinsam mit zwei anderen Ökö-Pionieren den renommierten Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück. Dieser mit einer Million Mark höchstdotierte Umweltpreis Europas würdigt den Aufbau eines ganzheitlichen ökologischen Unternehmenskonzepts, insbesondere im Hinblick auf das vorbildliche betriebliche Umweltmanagement des stark nachhaltigkeitsorientierten Betriebes, in der Sprache der Jury ein „Musterunternehmen für die Verbindung von Ökonomie und Ökologie“.

Dr. Ehrnsperger habe den Ökologiegedanken bereits Ende der 70er Jahre gegen die breite Skepsis zahlreicher Kritiker entwickelt und an ihm festgehalten, ohne sich kurzfristigen Trends oder konventionellem Marktdruck zu beugen. Dabei habe er erst Strukturen schaffen müssen, um sein Motto „Das Reinheitsgebot des Bieres beginnt auf dem Acker“ umsetzen zu können. Er habe die Bauern in der Region überzeugen müssen, auf den ökologischen Landbau umzusatteln, weil es im ganzen Landkreis Neumarkt zunächst keinen einzigen Öko-Landwirt gegeben habe. Mit garantierten Abnahmepreisen, die deutlich über dem lagen, was für Getreide aus herkömmlichem Landbau bezahlt wurde, habe Lammsbräu die hohe Qualität der Rohstoffe honoriert. In diesem Zusammenhang habe Dr. Ehrnsperger stets darauf verwiesen, dass das Reinheitsgebot nur die Bierzutaten regele, nicht aber deren Qualität. Um dem selbstgestellten Anspruch gerecht zu werden, hervorragendes, reines Bier zu brauen, das sich von der Saat bis zum Ausschank durch einen schonenden Umgang mit der Natur auszeichne, sei Lammsbräu sogar von dem linearen, quantitativen Wachstumswunsch normaler Unternehmer abgerückt. Zudem habe er Arbeitsplätze geschaffen und zur Strukturverbesserung des ganzen Landkreises beigetragen. Bemerkenswert sei auch, dass im Betrieb sämtliche Umweltschwachstellen beseitigt worden seien.

Einzelprojekte bezogen sich auf die Installation einer Solaranlage für die Mälzerei, auf umweltfreundliche Kälteanlagen, auf die Wiederverwendung entstehender Abwärme, die konsequente Regenwassernutzung, die Rückführung der Abfälle aus Hopfen und Malz in die Landwirtschaft, die Umstellung des eigenen Fuhrparks auf Pflanzenölbetrieb, die Entwicklung eines abfallfreien Bierklärfiltrationsverfahrens sowie auf den Verzicht auf überflüssige Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Ein aktuelles Projekt bezieht sich auf ein Bierwürzekochverfahren, das gegenüber der herkömmlichen Praxis 70 % Energie ein­spare. Damit würden jährlich 50.000 Liter Heizöl eingespart und 150.000 Kilogramm Kohlendioxid-Emission vermieden. Das Sortiment umfasst 11 ökologische Biersorten. Besondere Spezialitäten sind ein Edelpils, eine alkoholfreie Sorte sowie »Lammsbräu Dinkel«. Die ASU hat die 1628 gegründete und seit 1800 im Besitz der Familie befindliche mittelständische Brauerei bereits in den Jahren 1989, 1992 und 1994 mit ihrem Preis für umweltbewusste Unternehmensführung ausgezeichnet.

www.lammsbraeu.de