OLFRY-Ziegelwerke GmbH & Co. KG

100-jähriges Jubiläum

Die OLFRY-Ziegelwerke GmbH & Co. KG, Vechta, werden hundert Jahre alt. Das in vierter Generation von Georg Wilhelm Freiherr v. Frydag geleitete Familienunternehmen wurde 1907 von August Freiherr von Frydag für 150.000 Mark erworben. Anschließend erfolgte der Ausbau der damals kleinen Ziegelei in eine Dampfziegelei. Heute beschäftigt der mittelständische Betrieb 55 Mitarbeiter, davon acht im Außendienst. Das Geschäftsinteresse erstreckt sich auf den gesamten nordwestdeutschen Raum von der polnischen Grenze bis nach Holland und Dänemark, den beiden Hauptabnehmerländern im Export. Die Quote liegt bei 15 %. 2006 endete mit einem leichten Umsatzplus von 3 %. In den letzten 40 Jahren wurden rund 200 junge Leute ausgebildet.

Charakteristisch für das Ziegelwerk ist der 72 m hohe Schornstein, zugleich das höchste Gebäude der Stadt. Die beiden betriebenen Tunnelöfen stoßen kalendertäglich 104.000 Verblendziegel im Normalformat (NF) aus, eine Menge, mit der sich 16 Einfamilienhäuser erstellen lassen. Die Anlagen werden ebenso wie die Trockner rund um die Uhr betrieben, während der Normalbetrieb in einer Schicht fünf Tage die Woche läuft. Zu den Produkten gehören OLFRY-Handform sowie Premium- und Strangpress-Verblendziegel mit Sichtflächenimprägnierung im Dünnformat (DF) und im Normalformat (NF).

In den Jahren 1914 bis 1918 hatte das Unternehmen gegenüber vielen Konkurrenten den Vorteil, als kriegswichtiger Betrieb mit wenigen Ausnahmen durchgearbeitet zu haben. Während des zweiten Weltkriegs blieb die Ziegelei von Zerstörungen verschont. Ab 1950 stellte man dank einer neuen Aufbereitung per Vakuumpresse die damals beliebten Loch- und Wabensteine her. Ein Jahr später erfolgte die Umbenennung der Dampfziegelei Frhr. v. Frydag in das zeitgemäßere Ziegelwerk Frhr. v Frydag.

Der heutige Markenname OLFRY – eine Zusammensetzung aus dem Stadtnamen Oldenburg und dem Unternehmernamen Frydag – besteht seit Anfang der 60er Jahre. 1962 wurde das Warenzeichen mit dem Krönchen-Signet geschützt und 1976 als Firmenbezeichnung eintragen.

In den Folgejahren wuchs der Konkurrenzdruck so sehr, dass es nicht mehr reichte, Menge zu machen. Statt dessen wurde der Qualitätsaspekt immer wichtiger. Der entscheidende Fortschritt bestand in der Vermeidung von Ausblühungen (endogene Ablagerungen, die sich durch die Bildung löslicher Salze meist in weißer Form darstellen) sowie in Farbverbesserungen. Mitte der 70er Jahre wurde die Anlage, in der die Verblendziegel nach Aussehen und Festigkeit sortiert werden, mit einer nachgeschalteten Silikonisierungsstrecke zur Ziegelimprägnierung ausgerüstet, um Ausblühungen zu vermeiden.

Nach dem plötzlichen Tod der dritten Generation übernahm Georg Wilhelm Freiherr v. Frydag 26-jährig die Aufgaben seines Vaters, wobei ihm zu Gute kam, dass er den Arbeitsalltag schon seit Jugendtagen kannte und behutsam in das Geschäft eingeführt wurde.

1973 erfolgte die Umstellung des Backsteinwerks auf voll automatischen Durchlaufbetrieb. Zudem wurden einzelne Produktionsbereiche (Tonlagerhalle, Aufbereitung, Setzanlage) ausgebaut oder neu errichtet. Seit 1907 wurden in Hagen 2 Mio. Kubikmeter Ton abgebaut. Zwecks künftiger Versorgungssicherheit erwarb OLFRY 2001 eine 3,6 Hektar große Fläche westlich der alten Tongrube. Für die Zukunft steht die fünfte Generation bereit. Udo Freiherr von Frydag und Charlotte Freiin v. Frydag studieren jedoch noch.

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