Sennheiser electronic GmbH & Co. KG

Fritz Sennheiser 95

Prof. Dr. Fritz Sennheiser, Jahrgang 1912 und Gründer der Sennheiser electronic GmbH & Co. KG, Wedemark, feierte im Mai seinen 95. Geburtstag. Der gebürtige Berliner machte sich bereits im Juni 1945 mit sieben Mitarbeitern daran, in einer Außenstelle der TH Hannover das »Laboratorium Wennebostel« zu betreiben, das sich mit Hochfrequenztechnik und Hörakustik befasste, obwohl beide Forschungsbereiche infolge des Krieges noch strikt verboten waren. Röhrenvoltmeter, die ersten Produkte der kleinen Fertigungsstätte, entstanden aus den Restbeständen der von den Besatzungstruppen stark ramponierten Einrichtung.

Aus dem studierten Elektrotechniker und Entwickler wurde ein erfolgreicher Unternehmer und aus bescheidenen Anfängen erwuchs ein weltweit führender Hersteller von Mikrofonen, Kopfhörern und drahtlosen Übertragungssystemen. 2005/2006 erzielte die Firmengruppe, zu der vier inländische und 13 ausländische Töchter sowie ein »Joint Venture« in Dänemark gehören, mit 1.800 Mitarbeitern einen Umsatz von deutlich über 300 Mio. Euro. Der Exportanteil liegt bei 82,5 %. Produziert wird an vier Standorten in Deutschland, Europa und in den USA. Gesellschafter des Familienunternehmens sind neben dem Gründer sein Sohn Prof. Dr. Jörg Sennheiser als Vorsitzender des Aufsichtsrats, Tochter Karin Sennheiser sowie die dritte Generation.

Nach dem Diplom arbeitete der Audiopionier zunächst als Oberingenieur, promovierte 1940 und hielt anschließend Vorlesungen an der TH Hannover. Während des Krieges war Fritz Sennheiser im Chiffrierwesen tätig. Bis 1980 blieb der passionierte Orchideenzüchter Forschung und Lehre durch eine Honorarprofessur an der Universität Hannover verbunden.

1947 kam mit dem »MD 2« das erste eigene Mikrofon auf den Markt. 1958 erfolgte die Umbenennung des Unternehmens in »Sennheiser electronic«, 1973 fiel die Entscheidung, Familienunternehmen zu bleiben: Fritz Sennheiser wandelte die Rechtsform in eine Kommanditgesellschaft um. Prof. Dr. Jörg Sennheiser wurde Kommanditist und im März 1976 Technischer Leiter.

Schon in den 70er Jahren wurde auch die Internationalisierung bewusst forciert. Vertriebspartner in Europa und Übersee sorgten früh für weit gespannte Marktbeziehungen. 40 % des Umsatzes wurden damals bereits im Ausland gemacht. Zugleich wurde ein zweites Werk in Burgdorf eröffnet.

Zu den bedeutendsten Entwicklungen des innovativen Unternehmens, das derzeit eine neue Fertigungshalle für die Produktion errichtet, zählen das Richtrohrmikrofon in den 50er Jahren, der offene Kopfhörer in den 60er Jahren, die Infrarotübertragungstechnik in den Siebzigern sowie bahnbrechende Entwicklungen in der Multikanal-Drahtlostechnik Anfang der 80er Jahre.

1982 zog sich Fritz Sennheiser mit 70 Jahren aus dem aktiven Unternehmerdasein zurück und übergab seinem Sohn die Geschäftsleitung. 1996 erfolgte der Rechtsformwechsel zur GmbH & Co. KG. Aber auch heute noch nimmt Fritz Sennheiser regelmäßig an den Gesellschafterversammlungen teil. Die Mitarbeiter nehmen ihn als zurückhaltenden, integren, offenen und verantwortungsbewussten Menschen wahr.

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