Siegener Verzinkerei Holding GmbH (SVH)

»Think Zink«

Der Unternehmensverbund Siegener Verzinkerei Holding GmbH (SVH), Siegen, zählt mit sieben Tochtergesellschaften in Deutschland und vier Joint-Venture-Betrieben in Osteuropa zu den bedeutendsten und erfolgreichen Anbietern der Feuerverzinkungsbranche in Europa. 2001 kam eine Beteiligung an der holländischen Verzinker-Grup­pe NedCoat B.V hinzu, die außer fünf Betrieben in den Nie­derlanden und einem belgischen Standort weitere Beteiligungsgesellschaften unterhält.

Die modernen Werke sind auf die Oberflächenveredelung und den Korrosionsschutz von Stahl durch Feuerverzinken spezialisiert. Hauptkunden sind Metall- und Stahlbaufirmen, Schlosser, Stahlhändler, der gesamte Baumarkt, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Automobilindustrie. Der Unternehmensverbund operiert flächendeckend und nutzt Synergien durch die Bündelung von Kapazitäten.

Gesellschafter der SVH sind die B. E. Wedge Holdings Ltd., die marktführende Feuerverzinkung in Großbritannien, die 3i Deutschland, Gesellschaft für Industriebeteiligungen, Frankfurt/Main, mit jeweils 24,5 % sowie Dipl.-Kfm. Klaus Niederstein als Geschäftsführender Gesellschafter mit 51 %. Der Umsatz der SVH stieg seit dem Gründungsjahr 1992 von ca. 42 Mio. Euro auf zuletzt ca. 78,0 Mio. Euro in 2001. Insgesamt werden 775 Mitarbeiter beschäftigt. In diesen Zahlen sind die Beteiligungsgesellschaften bis auf NedCoat B.V. enthalten.

Das Investitionsvolumen bewegt sich seit 1992 in einer Größenordnung von rund 34,5 Mio. Euro. Wesentlicher Posten war im letzten Jahr eine neue Anlage der Siegener Verzinkerei GmbH in Kreuztal für die Hoch-Temperatur-Verzinkung, die technologisch als „State-of-the-art“ anzusehen ist. Bis Ende 2002 wird hier außerdem mit der Firma Engel, Pohlheim, eine neue Anlage zur Pulverbeschichtung eingerichtet. Alle Betriebe wurden schon früh nach DIN ISO 9002 zertifiziert. Klaus Niederstein beschreibt die Unternehmstrategie wie folgt: Wachstum durch Kooperation, Innovationen, Kundennähe und weiterer Serviceausbau. Im Zeichen moderner Kundenkommunikation wurde ein wirkungsvoller Internet-Auftritt realisiert, der seit 2001 ein interaktives E-Business-Portal umfasst, das als vertikaler elektronischer Marktplatz ausgelegt ist.

Im Bereich Forschung und Entwicklung hat SVH die innovative Hoch-Tempera­tur-Verzinkung HTV für Schicht­dicken zwischen 25 und 80 pm in einem mehrjährigen Forschungsprogramm als computergesteuerte Anlage mit einer Jahreskapazität von 12.000 t. zur Marktreife geführt. Die Kesselmaße betragen 4,5 m Länge, 2,4 m Tiefe und 1,2 m Breite. Das Verfahren schließt die Lücke zwischen dem galvanischen Verzinken (ungefähr 15 pm) und dem konventionellen Feuerverzinken, bei dem die Dicken zwischen 50 und 300 pm schwanken können. HTV entwickelt sich sehr gut und konnte bereits neue Anwendungsgebiete erschließen. Inzwischen setzen namhafte Automobilhersteller das durch optimierte Schutzeigenschaften ausgezeichnete Verfahren für sicheren Korrosionsschutz von Fahrzeugkomponenten ein. Das Anwendungsspektrum umfasst neben Fahrwerksteilen und Fahrwerkskomponenten wie Querlenker, Kardanstreben und Spurstangen auch Elemente der Stadtgestaltung, den Gerüstbau, Fundamentsschrauben und Wärmetauscher. Qualitätsmerkmale der Feuerverzinkung sind Langlebigkeit, kathodischer Selbstheilungseffekt und Preiswürdigkeit. Hinzu kommen die garantierte Passgenauigkeit und Robustheit. HTV wird durch seine Vorteile einen neuen Standard setzen und damit einem breiten Markt zur Verfügung stehen. Die verstärkte Nachfrage nach Duplex-Farbbeschichtungen auf feuerverzinkten Konstruktionen wird in Kooperation mit einem führenden Pulverbeschichtungsunternehmen bedient.

Ende September wurde zusammen mit der Tochtergesellschaft Verzinkerei Becker GmbH, Saarlouis, im Unesco-Weltkulturerbe Völklinger Hütte eine langfristige Initiative ins Leben gerufen. Mit dem Leitthema „THINK ZINK – Werte erhalten“ verfolgt die SVH das Ziel, technologische Innovationen zu begründen sowie die Industriekultur zu fördern. Angesprochen sind Architekten und Planer, Forschung und Lehre, metall- und stahlverarbeitende Unternehmen sowie die interessierte Öffentlichkeit. Namhafte Partner-Unternehmen und Institutionen unterstützen das Konzept. Die Völklinger Hütte bildet als einzigartiges Geschichtsdenkmal den idealen Ort für das Leitthema „Werte erhalten“, das in praktischer wie ideeller Hinsicht synergetischer Sinn von Korrosionsschutz ist. An der FH Kaiserslautern wurde flankierend eine freie Projektarbeit zum Thematik „Werte erhalten“ initiiert, deren Ergebnisse jetzt in Völklingen präsentiert wurden.

Die Initiative propagiert den Gedanken: Stahl begleitet unser Leben, feuerverzinkter Stahl verschönert es. Diese Grundidee soll unter Einbindung von Dr. Reinhard Maria Grewenig, Generaldirektor des europäischen Zentrums für Kunst und Industriekultur, Völklinger Hütte, zu einem tragenden Konzept ausgebaut werden, in dem eine neue Welt des Feuerverzinkens mit Dienstleistungen, die optimalen, langlebigen Korrosionsschutz bedeuten, dargestellt wird. Der anspruchsvolle Start-Event in Völklingen mit über 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Forschung fand in Anwesenheit des saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller sowie des saarländischen Wirtschaftsministers Dr. Hans-Peter Georgi statt.

Stahl wird wie jeder andere Werkstoff auch durch Witterungseinflüsse und Luftverunreinigungen beansprucht und muss deshalb vor Korrosion geschützt werden. Feuerverzinken hat sich als wirtschaftliches und fortschrittliches Verfahren durchgesetzt, um den Werkstoff zu veredeln und das Strukturerlebnis von Stahl in seinem Charakter zu erhalten. Feuerverzinken bietet als Zinküberzug die längste Korrosionsschutzdauer. Nur in Deutschland werden jährlich über 1,6 Mio. Tonnen Stahl auf diese Weise geschützt. In Westeuropa sind es ca. 6 Mio. Tonnen.

In der Baubranche wird der behandelte Stahl hauptsächlich für feingliedrige Konstruktionen verwendet, so für Maste, leichte Hallen, Hochregallager, Brücken und für nicht mehr zugängliche Konstruktionen, die starkem Korrosionsangriff ausgesetzt sind. Bei ungünsti­gen Konstruktionen, bei allgemein erhöhter Korrosionsbelastung oder aus ästhetischen Gründen kann es angezeigt sein, feuerverzinkte Stahloberflächen zusätzlich zu beschichten. Typische Anwendungsbeispiele für solche  Duplex-Sy­steme sind Gittermaste, Funk- und Sendemaste, Konstruktionselemente für den Hallenbau, Fassadenelemente, Begehungsanlagen, Elemente für den Brückenbau, Zaunanlagen, Tore und Schlosserware.

Die Siegener Verzinkerei Holding verfügt mit ihren Werken über beste Referenzen. Ein prominentes Großprojekt war die Sanierung der Wuppertaler Schwebebahn. Zu den herausragenden Anwendungsbeispielen gehört zudem das Terminal 2 am Frankfurter Flughafen. Hier wurden allein 3.400 t Stahl­konstruktion feuerverzinkt.

www.siegener-verzinkerei-holding.de