SMS AG

Weltmarktführer

Die SMS AG, Düsseldorf, verkauft die Battenfeld Spritzgießtechnik ihres Unternehmensbereichs Kunststofftechnik. Der Spartenumsatz lag im Geschäftsjahr 1998/99 (30.6.) mit 377 Mio. leicht unter Vorjahresniveau. Der Auftragseingang sank um 19 % auf 357 Mio. DM. Käufer ist die Investorengruppe Madison Capital Partners (Chicago), die bereits eine Reihe kleinerer und mittlerer Kunststofftechnikfirmen besitzt. Die Spritzgießtechnik mit Stammwerk im westfälischen Meinerzhagen wird unter altem Namen weitergeführt. Der Kaufpreis blieb unkommentiert. Nach Worten des SMS-Vorstandsvorsitzenden Heinrich Weiss erzielt dieser Bereich schwarze Zahlen. Der Gesamtumsatz der Kunststofftechnik liegt aktuell bei rund 820 Mio. DM. Mit der Spritzgießtechnik habe man international auf Rang vier oder fünf gelegen und hätte sich ohne wesentliche Zukäufe nicht verbessern können. Hinsichtlich der Arbeitsplätze werde es jedoch keine Veränderungen geben.

Über 80 % des Geschäftsvolumens – neben der Kunststofftechnik vor allem die Hütten- und Walzwerkstechnik sowie die Schmiede- und Presstechnik – bestehen nun aus Produkten und Dienstleistungen, in denen SMS Weltmarktführer ist. Diese starke Marktstellung wird durch mittelständisch organisierte selbständige Geschäftsbereiche gestützt. Die Ertragskraft stärken soll auch der Ende 1998 vereinbarte Zusammenschluss der Hütten- und Walzwerkstechnik mit dem Bereich Metallurgie der Mannesmann Demag AG. An der neuen SMS Demag AG hält SMS die deutliche Mehrheit und hat die unternehmerische Führung inne. Die SMS Demag wird erstmals im laufenden Geschäftsjahr konsolidiert. Zuletzt wurde nur das leicht negative Ergebnis des Demag-Bereichs verbucht. Wann die Synergieeffekte wirken, blieb einstweilen undatiert.

Der Markt für Hüttentechnik krankt nach wie vor. 1998 sank das Auftragsvolumen der Branche um 30 bis 40 %. Auch 1999 werde ein weiterer Rückgang unvermeidlich sein. Wenn SMS damit dennoch relativ gut zurechtkomme, liege das daran, dass der Weltmarktführer besser abschneide als die Konkurrenz. Zudem sei SMS in den letzten Jahren »stark überlastet« gewesen. Die Fertigung sei bis Anfang/Mitte nächsten Jahres gesichert. Auch die Konstruktion sei bis Anfang 2000 ausgebucht. Im Berichtsjahr habe sich die SMS-Gruppe wegen der weltweiten Marktschwäche bei Investitionsgütern differenziert entwickelt.

Der Jahresabschluss wurde erstmals nach den Vorschriften der International Accounting Standards (IAS) aufgestellt. Dadurch ergab sich ein positiver Eigenkapitaleffekt von 147 Mio. DM. Dabei habe SMS den bisher vorsichtigen Ansatz im HGB-Abschluß übertragen. Zusammen mit der Eigenkapitalausstattung sei man gerüstet, Expansion zu finanzieren. Dies könne zunächst in der Kunststofftechnik zur Abrundung der Produktpalette erfolgen. Auch in der Schmiede- und Presstechnik seien Akquisitionen denkbar.

Der Konzernumsatz stieg 1998/99 um 5,7 % auf 3,19 Mrd. DM (Vorjahr 3,02 Mrd. DM). Der Auftragseingang ging um 14,8 % auf 2,59 Mrd. DM zurück. Die Hütten- und Walzwerkstechnik stellt sich hier mit 1,53 Mrd. DM (Vorjahr 1,96 Mrd. DM) dar, die Kunststofftechnik mit 848 Mio. DM (Vorjahr 853 Mio. DM), die Press- und Schmiedetechnik mit 206 Mio. DM (Vorjahr 231 Mio. DM). Die Belegschaft blieb mit 6.650 Mitarbeitern unverändert. Der Cash-flow lag bei 121 Mio. DM (Vorjahr 151 Mio. DM). Das Geschäftsergebnis blieb mit 118 Mio. DM nahezu unverändert. Der Jahresüberschuss lag bei 72 Mio. DM (Vorjahr 64 Mio. DM). Die Sachinvestitionen stiegen um 8 Mio. DM auf 82 Mio. DM. Das Eigenkapital betrug 681 Mio. DM (Vorjahr 612 Mio. DM). Die Quote stieg um 2,4 % auf 25,4 %.

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