Underberg Gruppe

Erfolg in fünfter Generation

Die 1846 gegründete Underberg Gruppe, Rheinberg, beging den 100. Geburtstag von Emil (I) Underberg. Der Ahnherr hatte die geniale Idee der 20 Milliliter-Portionsflasche und führte sie 1949 als alleinige Abfüllgröße ein. Damit wurde erstmals eine verbrauchsgerechte Dosierung angeboten. Der künftige Kleinmengenverkauf bot viele Vorteile. Beispielsweise wurde der hohe Preis der bis dahin handelsüblichen Standard-Großflasche relativiert. Der Kräuter-Digestif war bis dato eine Investition und deckte den Jahresbedarf eines Haushalts. Zudem unterschied sich Underberg nun durch die unverwechselbare Verpackung von seiner zahlreichen Konkurrenz: Die einzigartige Kombination aus Portionsflasche und Strohpapier war markenrechtlich wirksam zu schützen.

In der Gastronomie bewahrte die Portionsflasche vor dem erneuten Befüllen mit fremden, minderwertigen Kräuterspirituosen. Außerdem war die neue Flasche werbewirksam, da der Magenbitter nicht mehr hinter der Theke ins Glas abgefüllt wurde, sondern in der Portionsflasche sichtbar auf den Tisch kam. Den fulminanten Marktauftritt flankierte Emil (I) Underberg stets mit modernsten Marketingmaßnahmen. So kamen seit den fünfziger Jahren – keiner dachte damals sonst daran – ein Hubschrauber und ein Zeppelin zum Einsatz.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Anknüpfung an die frühe internationale Ausrichtung des Unternehmens. Underberg hatte sich bereits Mitte der 20er Jahre dem Exportgeschäft gewidmet. Diese Handelsbeziehungen in die Niederlande, nach Belgien, Großbritannien, Schweden, Finnland, Spanien, Österreich und in die Tschechoslowakei wurden intensiviert, während in Ost- und Südosteuropa neue Märkte erschlossen wurden.

Ebenso bedeutsam wurde der Export nach Asien (China, Indien, Sumatra), Australien, Südafrika, Mittelamerika (Mexiko, Panama) und Südamerika (Brasilien, Argentinien, Venezuela, Paraguay und Chile). Für die Vereinigten Staaten wurde eine eigene Vertriebsgesellschaft, die Underberg Sales Corporation & Co., gegründet. Underberg gilt dort bis heute nicht als Spirituose, sondern als heilsames Präparat (»medicinal preparation«), das es in Drugstores gibt. Damit fiel das alkoholische Produkt seiner Zeit nicht unter das Prohibitionsgesetz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm Emil (I) Underberg das Exportgeschäft wieder auf und gründete weitere Handels- und Vertriebsfirmen im Ausland. Sohn Emil (II) Underberg entwickelte das Familienunternehmen zu einem internationalen Spirituosen-, Wein- und Sekthaus. Eigenmarken sind Asbach, Dettling Kirsch (Schweiz), Schlumberger Sekt (Österreich), Pitú (Brasilien), Unicum (Ungarn) und XuXu (Deutschland). Vertrieben werden Averna (Italien), Bols, Glenfiddich Pure Malt Scotch Whisky, Metaxa und Moskovskaya.

Das wichtigste Produkt ist jedoch nach wie vor der Kräuter-Digestif, den täglich etwa eine Million Menschen trinken. Underberg ist damit weltweit die Nr. 1 in der Portionsflasche. Die Unternehmensgruppe setzt mit etwa 1.000 Mitarbeitern rund 500 Mio. Euro um. Die Semper idem Underberg AG am Stammsitz, in der die deutschen Aktivitäten gebündelt sind, erbringt rund die Hälfte des Umsatzes. Das Auslandsgeschäft wird von der Underberg AG in Dietlikon (Schweiz) betreut. Präsidentin des Verwaltungsrats ist Tochter Dr. Hubertine Underberg-Ruder.

Mutter Christiane Underberg erhielt für ihre Verdienste im Umwelt- und Naturschutz sowie für die katholische Kirche und im Denkmalschutz aus den Händen von Michael Vesper das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Daneben setzt sich die ausgezeichnete Unternehmerin im Arbeitskreis »Erfolgreiche Unternehmensführung« des BKU für zeitgemäße Werteorientierung ein.

www.underberg.de