Statement: Christian G. Andreae

 

Christian G. Andreae
CGA Unternehmensberatung, Viersen

Die »Junge Wirtschaft« war in den 50er Jahren das Organ der Jungen Unternehmer (JU), diese eine Unterorganisation der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU), die mit ihrer »Aussprache« ein eigenes Blatt besaß. Da die »Junge Wirtschaft« das Gedankengut der Generation der 30jährigen Jungunternehmer repräsentierte – meist Söhne mittelständischer Familienunternehmer, waren Zuschnitt und Inhalt »jung«. Der Redaktionsausschuss nannte sich Zeitungsausschuss und setzte sich aus dem Vorsitzenden der JU, Chefredakteur Wolfgang Schroeder, dem Sekretär der JU und einigen hervorragenden Mitgliedern aus Haupt- und Arbeitsausschuss der JU zusammen.

Die Themen waren Spiegelbild der JU-Arbeit dieser Aufbruchzeit, die der Standortfindung in unserer Nachkriegs-Gesellschaft, der Auseinandersetzung mit dem Sozialismus, der Suche nach neuen Wegen in Unternehmensführung und sozialer Betriebsgestaltung sowie oft auch der kritischen Auseinandersetzung mit der Vätergeneration (ASU) galten. Verantwortete Freiheit, mehr Mut zum Markt und politisches Engagement in der Gesellschaft wurden gefordert.

Viel Freude bereiteten stets, die Glossen des Herrn W. v. Zarem (Wir vom Zeitungsausschuss meinen), die reihum den Ausschussmitgliedern zu schreiben auferlegt war, oft aber auch zum Albtraum wurde. Jung war für uns – wie heute noch – Synonym für fortschrittlich und zeitgemäß.