Statement: Prof. Dr. Wilhelm Hankel

Prof. Dr. Wilhelm Hankel
Universität Frankfurt

»Ertrinkende sind sehr allein. Das gilt auch für den in der medialen Informationsflut ertrinkenden Zeitgenossen. Was immer er an Botschaften empfängt oder per Mausklick aussendet: Er muss es allein verarbeiten, Resonanz und Zuspruch fehlen.

Deswegen braucht die moderne, aber anonyme Kommunikationsgesellschaft das »Magazin«. Es verbindet Gleichgesinnte, stärkt ihren Zusammenhalt durch Gedankenaustausch, Erarbeitung gemeinsamer Standpunkte und deren Verteidigung in der Öffentlichkeit. Wenn ein Magazin diesem Ziele dient, dann seit nunmehr einem halben Jahrhundert das unternehmermagazin, die Zeitschrift für Familienunternehmen.

Was wäre aus Marktwirtschaft und Wettbewerb geworden im brutalen Machtkampf der Grossen gegen die Kleinen und verlassen von einer sich zunehmend an falschen Maßstäben orientierenden Politik ohne seine doppelte Funktion: den Bedrohten Mut und Zuversicht zu geben und ihren berechtigten Anliegen Gehör nach außen zu verschaffen!

Ich lese also das unternehmermagazin nicht aus Nostalgie, sondern mit Blick auf die Zukunft. Die Marktwirtschaft geht unter ohne permanente Selbstbehauptung und Selbstdarstellung ihrer Träger und ihrer Leistungen. Eine Öffentlichkeit, die sich zunehmend isoliert und amüsiert, interessiert und engagiert sich sonst nicht mehr für sie.